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Beiträge der GPS-Jahrestagung im Kongress "Kinder bewegen"

Programm und Programmablauf  
Freitag, 22.03.2019  
09:00–10:30 Uhr BT-01 Herzfehler und Sport – nein/ja, was und wieviel? Dr. med. Wolfgang Lawrenz
Können Kinder mit angeborenem Herzfehler Sport treiben? Dürfen sie am Schulsport oder am Vereinssport teilnehmen? Und wenn ja, wie soll das funktionieren? Diese und viele andere Fragen zum Thema Sport bei Herzerkrankungen im Kindes- und Jugendalter werden in dem Seminar erörtert. Die Auswirkungen verschiedener Herzfehler auf die körperliche Leistungsfähigkeit werden erklärt, und im Dialog werden Wege zur Integration auch körperlich nicht so leistungsfähiger Kinder und Jugendlicher in den Sport entwickelt.
   
09:00–10:30 Uhr BT-08 Praktische Sportmedizin in der Kinder- und Jugendarztpraxis Dr. med. Simone Schulze
Wie oft sind wir Kinder- und Jugendärzte  in der täglichen Praxis mit sportmedizinischen Problemen konfrontiert. Beratung zu sportlichen Aktivitäten bei Vorsorgeuntersuchungen und chronischen Erkrankungen. Durchführung sportmedizinischer Untersuchungen unter Einbeziehung von  Belastungsprofilen.Doping ein Thema für die tägliche Arbeit? Befreiung vom Sportunterricht oder doch lieber Teilsportbefreiungen? An Hand von Beispielen aus der Praxis sollen die verschiedenen Themen beleuchtet werden.
   
09:00–10:30 Uhr BT-10 Akute Sportverletzungen und Notfälle – was tun? Dr. med. David Studer
Ein Sturz – ein Schrei … und das Kind liegt mit schmerzverzehrtem Gesicht am Boden. Was nun? Hoffen, dass sich schnell Jemand um das arme Kind kümmert? Oder noch besser: Besuchen Sie dieses Seminar und lernen Sie die häufigsten Sportverletzungen und Notfälle und deren Behandlung bei Kindern und Jugendlichen kennen. Vom umgeknickten Sprunggelenk zur Hirnerschütterung. Erfahren Sie, wie Sie vor Ort Hilfe leisten können und was in bestimmten Situationen zu berücksichtigen ist.
   
11:00–12:30 Uhr CT-01 Reserven im Kopf – was Sportpsychologie kann Dipl. Psychol. Markus Flemming
Für viele Spitzensportler ist es nur unter größten Anstrengungen und unter sehr viel Stress möglich, Top-Leistungen in Wettkampfsituationen abrufen zu können. Selbst nach optimaler Vorbereitung und der damit verbundenen Gewissheit, Top-Leistungen erbringen zu können, kann es zu sogenannten „Black-Outs“ oder in schwereren Fällen zu „Drop-Outs“, also zu kompletten Rückzug kommen. Deshalb habe ich es mir zur Aufgabe gemacht andere Menschen bei dieser Herausforderung psychologisch zu unterstützen. Unter anderem betreue ich seit elf Jahren die Eisbären Berlin, die Basketball-Nationalmannschaft, die Handball-Nationalmannschaft und diverse Spitzen-Sportler. Ich biete einen interessanten Einblick in meine Arbeit mit vielen praktischen Beispielen, die jeder auch in seinen Alltag übertragen kann.
   
11:00–12:30 Uhr CT-05 Unsere tägliche Sportstunde gib uns heute – ein frommes Gebet... Dr. med. Wolfgang Lawrenz
Regelmäßige Bewegung und Sport sind effektive Maßnahmen zur Prävention von kardiovaskulären Erkrankungen wie arterieller Hypertonie, Herzinfarkt und Schlaganfall, sowie gestörter Glukosetoleranz, der Entwicklung eines Diabetes Typ II und von Übergewicht und Adipositas. Aktuelle Empfehlungen der WHO und anderer Fachgesellschaften propagieren für Kinder und Jugendliche täglich mindestens 60-90 Minuten körperlicher Aktivität mit moderater bis hoher Intensität oder mindestens 12000 Schritte/Tag. Angesichts der aktuellen Lebensbedingungen mit Nachmittagsunterricht in der Schule, zunehmendem Autoverkehr, der das Spielen auf der Straße erschwert, und dem breiten Angebot an Medien wie Fernsehen und Computern, die das körperlich aktive Spielen teilweise ersetzen, stellt sich die Frage, wie diese Empfehlungen umgesetzt werden können. Aufgrund der Schulpflicht bietet sich die Schule als optimales Setting an, um  regelmäßige körperliche Aktivität für fast alle Kinder und Jugendlichen zu realisieren. Durch eine tägliche Sportstunde kann 5-6mal in der Woche Sport und Bewegung in der angestrebten Intensität erfolgen.
   
12:30–13:30 Uhr Mittagspause  
   
13:30–14:30 Uhr Hauptvortrag: Energie statt Stress! Dem Burnoud keine Chance Dr. med. Sabine Schonert-Hirz
   
15:15–16:45 Uhr DT-02 Krafttraining mit Kindern und Jugendlichen Prof. Dr. Urs Granacher
Krafttraining wurde früher oft kontrovers diskutiert. Typische geäusserte Bedenken sind Wachstumsminderung und Verletzungsrisiken. Im Rahmen dieses Workshops soll der aktuelle Wissensstand zum Krafttraining für Kinder und Jugendliche vermittelt werden. Wichtig ist vor allem, dass die Krafttrainingsmethoden von Erwachsenen nicht direkt auf Kinder und Jugendliche übertragen werden. Besprochen wird wo die Risiken liegen und welche Vorteile existieren. Was passiert biologisch und wie ist ein sinnvolles Krafttraining durchzuführen?
   
15:15–16:45 Uhr DT-08 Wie können wir Kinder und Jugendliche mit angeborenem Herzfehler bei einer körperlich aktiven Lebensführung unterstützen? Dr. med. Jannos Siaplaouras
Angeborene Herzfehler (AHF) sind die häufigsten angeborenen Fehlbildungen (Oster et al., 2013). Heutzutage liegt das Hauptaugenmerk nicht mehr auf dem Überleben der betroffenen Personen, sondern vielmehr auf der Gestaltung der Lebens- und Alltagsqualität. Daher spielt auch die Frage nach ihren sportlichen Aktivitäten eine wichtige Rolle, da ausreichend körperliche Aktivität ein wichtiger Baustein für eine gesunde, altersentsprechende Entwicklung bei angeborenen Herzfehlern darstellt (Bjarnson-Wehrens & Dordel, 2001; Leurs et al., 2001). Ergebnisse bereits veröffentlichter Studien zeigen, dass Betroffene eine verringerte sportliche Leistungsfähigkeit aufweisen (Schickendantz et al., 2007). Überbehütung und übermäßige Fürsorge der Eltern in der Kindheit oder medizinisch fragwürdige Verbote führen letztendlich zur körperlichen Inaktivität und Verzögerungen in der Persönlichkeitsentwicklung (Bjarnason-Wehrens et al., 2007; Schickendantz et al., 2007). Ziel dieses Vortrags ist es erstens die Daten des Pilot-Projekts „Analyse der körperlichen Aktivität im Alltag von Jugendlichen und jungen Erwachsenen mit angeborenen Herzfehlern (N=101, Alter 16-23J.)“ des Universitätsklinikums Ulm, des IfSS des Karlsruher Instituts f. Technologie und der Kinderkardiologie Fulda vorzustellen. Zweitens werden die Ergebnisse der groß angelegten S-Bahn Studie zur körperlich-sportlichen Aktivität von Jugendlichen und jungen Erwachsenen mit angeborenem Herzfehler (N=1.263 TeilnehmerInnen) in Zusammenarbeit der o.g. Kooperationspartner und des Nationalen Registers für angeborene Herzfehler präsentiert. Die S-Bahnstudie (Fragebogenstudie) liefert anhand des eingesetzten MoMo-Aktivitätsfragebogens (Jekauc et al. 2013) erstmalig für eine solch große Stichprobe erkrankter Teilnehmenden umfassende Daten zu deren Aktivitätsverhalten. Mit diesen Daten wird es möglich werden, sowohl die Ausgangssituation für körperlich-sportliche Aktivität bei Jugendlichen und jungen Erwachsenen mit AHF erstmalig genau zu bestimmen als auch die Bereiche zu lokalisieren, in denen präventive Ansätze gegen potenzielle In-Aktivität Priorität zu entwickeln sind.
   
17:15–18:45 Uhr EP-02 Der Einfluss von visueller Wahrnehmung und Gleichgewicht auf Lernen und Verhalten im Kleinkindalter Astrid Buscher
Störungen/Unreifen in der visuellen Wahrnehmung oder im Gleichgewicht von Kindern werden häufig zu spät oder gar nicht erkannt. Die Kinder gelten dann häufig als bewegungs- und/oder verhaltensauffällig und haben Probleme beim Erlernen des Lesens und Schreibens. Leidtragende sind hier am Ende vor allem die Kinder, die bei guter Intelligenz schnell Kompensationsmuster finden, um sich in der „wackelnden“ Welt zurecht zu finden. Das Kind versteht jedoch nicht, warum es Dinge nicht so einfach lernt wie Gleichaltrige oder warum es immer wieder auf Abwehr im sozialen Umfeld stößt. Neben den nötigen theoretischen Hintergrundinformationen beschäftigt sich dieser Workshop vor allem mit folgenden Bausteinen: Wie beeinflusst die Wahrnehmung, Bewegung und Verhalten bzw. Lernen?; Wahrnehmungsstörungen (v.a. visuell, vestibulär) erkennen?; Was kann spielerische Bewegung erreichen?; Übungen und Bewegungsspiele aus den Bereichen: Selbsteinschätzung/Fremdeinschätzung, Reihenfolgen/Aufmerksamkeitssteuerung, Auge-/Handkoordination, Gleichgewicht/Raumvorstellung. Die praktische Umsetzung erfolgt unter Einsatz motivierender Kleingeräte und bietet Bewegungsbeispiele und Übungen zum Einsatz im Altersbereich von 5 bis 10 Jahren.
   
17:15–18:45 Uhr ET-03 Auffällig magere Sportler – wie schlank ist noch gut? Dr. med. Holger Förster
Übersicht über  Größen und Gewichtsentwicklung bei Kindern im Normalbereich. Besonderheiten im Sport mit  Beispielen aus ausgewählten Sportarten.
   
Samstag, 23.03.2019  
09:00–10:30 Uhr FT-03 Hauptvortrag: Chronisch kranke Kinder im Sport Prof. Dr. Helge Hebestreit
Bei vielen chronischen Erkrankungen wie Asthma bronchiale, Diabetes mellitus, Gelenkrheuma und Mukoviszidose bestehen bei körperlicher Belastung besondere Risiken. Diese lassen sich jedoch bei Kenntnis der Ursachen und adäquatem Verhalten meist vermeiden. Umgekehrt gibt es gute Belege für eine „therapeutische“ Wirkung regelmäßiger körperlicher Aktivität auf Krankheitsverlauf und Lebensqualität. Chronisch kranken Kindern sollte daher durch einen bewussten Umgang mit Belastungen aber auch eine optimale medizinische Versorgung die Sportteilnahme ermöglicht werden. Der Vortrag fasst das aktuelle Wissen, einfache Verhaltensregeln und Notfallmaßnahmen zusammen.
   
09:00–10:30 Uhr FT-06 Sinn und Unsinn der differenzierten Sportbefreiung bei Kindern mit körperlichen Einschränkungen Dr. med. Tatjana Tamara König
Kinder mit akuten oder chronischen gesundheitlichen Problemen in den Sportunterricht zu intregrieren, stellt eine Herausforderung für die betreuenden SportlehrerInnen, aber auch für die behandelnden ÄrztInnen dar. Was kann man den Kindern zutrauen? Und wer ist verantwortlich, wenn doch etwas passiert? Die Universitätsmedizin hat eine Umfrage unter Sportlehrern in Rheinland-Pfalz zum Umgang mit chronisch oder akut kranken Kindern im Sportunterricht und ihre Meinung zur differenzierten Sportbefreiung durchgeführt. Es zeigte sich vor allem, dass die meisten Kinder aufgrund kurzfristiger Beschwerden von den Eltern vom Sportunterricht befreit werden. In diesem Seminar soll nach Vorstellung der Ergebnisse der Umfrage das Schweizer Konzept "Activdispens" vorgestellt werden, dessen Einführung auch in Deutschland geplant ist. Das Seminar soll den Dialog zwischen LehrerInnen und KinderärztInnen fördern und auch reichlich Raum für Diskussionen geben.
   
11:00–12:30 Uhr GT-05 Internistische „Notfälle“ (Hypoglykämie, Hyperventilation, Synkopen, Epilepsie, Asthmaanfall, Allergie, Fieber, Kopf- und Bauchschmerzen) Prof. Dr. med. Susi Kriemler
Sind Sie schon mal in der Turnhalle gestanden und hatten plötzlich ein Kind mit einem Asthmaanfall, mit massiven Schmerzen, oder bewusstlos auf dem Boden liegend vor sich? Wenn Sie mehr über Ursachen und Vorgehen wissen möchten sind sie goldrichtig bei uns.
   
11:00–12:30 Uhr GT-08 Doping und Substanzmissbrauch – wie erkennen und vorbeugen? Dr. med. Tobias Stadtfeld
Workshop zum Thema Doping und Substanzmittelmissbrauch bei jugendlichen SportlerInnen - wissenschaftlicher Hintergrund über Häufigkeit, Substanztypen, Strukturen/Netzwerken - Beweggründe des Missbrauchs, emotionale Faktoren bei den Akteuren - Präventionsstragtegien vom AthletInnen bis hin zu den Verbänden
   
11:00–12:30 Uhr GT-10 Kinderorthopädische Red Flags – wann ist der Spezialist gefragt? PD Dr. med. Carlo Camathias
Der Bewegungsapparat kann unterschiedliche Schmerzsymptome zeigen. Vielfach ist eine abwartende Haltung die beste Medizin. Manchmal aber nicht. Dieses Referat erwähnt die häufigsten und wichtigsten Krankheiten, welche schnell und dezidiert von einem Spezialisten behandelt werden sollte.
   
Mitgliederversammlung der Gesellschaft für Pädiatrische Sportmedizin ab 14.30 Uhr