Motorik-Modul-Studie

Was ist MoMo?

Ziele

Motorische Leistungsfähigkeit und körperlich-sportliche Aktivität sind wichtige Aspekte einer gesunden Entwicklung im Kindes- und Jugendalter. Das Hauptziel der Motorik-Modul-Längsschnittstudie (MoMo) ist es, die entwicklungsbezogenen sowie die historischen und periodischen Trends der motorischen Leistungsfähigkeit und körperlich-sportlichen Aktivität sowie der ihnen zugrunde liegenden Einflussfaktoren in Deutschland zu analysieren und damit einen Beitrag zur langfristigen Verbesserung der gesundheitlichen Situation von Kindern und Jugendlichen zu leisten. Beispielsweise sollen folgende Fragen beantwortet werden:

  • Bleiben aktive und „fitte“ Kinder und Jugendliche auch aktive und „fitte“ Erwachsene?
  • Hat körperlich-sportliche Aktivität einen Einfluss auf chronische Krankheiten?

Zu diesem Zweck wird eine Analyse der Einflussfaktoren von körperlich-sportlicher Aktivität und motorischer Leistungsfähigkeit sowie der Auswirkungen dieser Bereiche auf die gesundheitliche Entwicklung im Kindes- und Jugendalter unternommen. Hierzu können die MoMo-Daten auch mit anderen Inhaltsbereichen der Hauptuntersuchung (KiGGS) verknüpft werden (z.B. physische und psychische Gesundheit, Ernährung, Umwelt).

Im Einzelnen verfolgen wir die folgenden fünf Ziele:

  • Erforschung der Einflüsse und Interaktionen von personalen (z.B. persönliche Einstellung), sozialen (z.B. Einfluss der Eltern) sowie umweltbezogenen (z.B. Wohnumgebung) Faktoren auf die Entwicklung von körperlich-sportlicher Aktivität/Inaktivität und motorischer Leistungsfähigkeit.
  • Analyse der Effekte von körperlich-sportlicher Aktivität/Inaktivität (Art, Intensität, Dauer, Häufigkeit) auf die Veränderung/Entwicklung von motorischer Leistungsfähigkeit.
  • Bewertung des Vorhersagewerts körperlich-sportlicher Aktivität und motorischer Leistungsfähigkeit in Bezug auf die körperliche und psychische Gesundheit sowie die Lebensqualität und Identifikation der aus Bewegungsmangel resultierenden Konsequenzen für die ausgewählten Gesundheitsparameter.
  • Beurteilung der Interaktionen von verhaltensorientierten (körperlich-sportliche (In)Aktivität), personalen/biologischen und sozialen Risiko- wie auch Schutzfaktoren mit der körperlichen und psychischen Gesundheit.
  • Aufdeckung von Trends und Periodeneffekten sowie die Analyse der Stabilität der körperlich-sportlichen Aktivität und motorischen Leistungsfähigkeit über die Zeit.

Aufgaben

  • Regelmäßige Berichterstattung zur motorischen Leistungsfähigkeit und körperlich-sportlichen Aktivität von Kindern und Jugendlichen

  • Längsschnittliche Verfolgung und Beurteilung von Entwicklungsverläufen

  • Analyse von Zusammenhängen zwischen körperlich-sportlicher Aktivität, motorischer Leistungsfähigkeit und Gesundheit

  • Weiterentwicklung einer Datenbank mit Vergleichsdaten zum Aktivitätsverhalten und Normdaten für einzelne motorische Tests von Kindern und Jugendlichen

  • Umsetzung in die Praxis: Entwicklung und Implementierung  von Fördermaßnahmen z.B. im Kindergarten, in der Schule oder im Sportverein

​​​​​​Rahmenbedingungen

  • Untersuchungskonzept: Das Motorik-Modul ist Teilmodul der Studie zur Gesundheit von Kindern und Jugendlichen in Deutschland (KiGGS) zur weiterführenden Erfassung der motorischen Leistungsfähigkeit und körperlich-sportlichen Aktivität von Kindern, Jugendlichen und jungen Erwachsenen in Deutschland.

  • Erhebungswellen: MoMo-Basiserhebung (2003-2006), MoMo-Welle 1 (2009-2012), MoMo-Welle 2 (2014-2017), MoMo-Welle 3 (2018-2021)

  • Projektdurchführung: Institut für Sport und Sportwissenschaft des Karlsruher Instituts für Technologie (KIT), Institut für Bewegungserziehung und Sport der Pädagogischen Hochschule Karlsruhe (seit 2011) und das Robert Koch-Institut Berlin;
    Fachbereich Sportwissenschaft der Universität Konstanz (2009 bis 2014) und Abteilung Sport und Bewegung der Pädagogischen Hochschule Schwäbisch Gmünd (2009 bis 2011)

  • Projekt- und Verbundleitung: Prof. Dr. Alexander Woll, Karlsruher Institut für Technologie

  • Stellvertretende Verbundleiterin: Prof. Dr. Annette Worth, Pädagogische Hochschule Karlsruhe

  • Projektträger: Bundesministerium für Bildung und Forschung

  • Wissenschaftlicher Beirat: Prof. Dr. K. Bös (Karlsruher Institut für Technologie), Dr. T. Ziese (Robert Koch-Institut, Berlin), Prof. Dr. B. Renner (Universität Konstanz), Prof. Dr. W. Brehm (Hongkong Institute of Education)